Didier Défago: «Ich denke, wir werden ein schönes Spektakel auf dieser Piste erleben.»
Pistenbauer und Ex-Olympiasieger Didier Défago spricht im Kurzinterview über den Bau der Piste, die letzten Entwicklungen und seine letzen Gedanken vor den Rennen.
Was war die grösste Herausforderung beim Bau der Piste und gab es noch einige Last-Minute Anpassungen in den letzten Tagen?
«Wir sind hier sehr hoch oben. Ein grosser Teil des Rennens findet auf einem Gletscher statt und wir konnten nicht immer an den gewünschten Stellen runterfahren. Am Anfang war es schwierig für mich, da ich das Gebiet nicht genug kenne. Aber ich glaube wir haben alle zusammen einen grossartigen Job gemacht. Die Leute vom Organisationskomitee und von den Bergbahnen waren für mich auch sehr wichtig. Die kennen das Gebiet sehr gut. Ich würde sagen, jede Woche dieses Pistenbaus war sehr wichtig für mich. Wir mussten einige Passagen des Laufs anpassen. Das hat auch den Charakter, die Philosophie und meine erste Idee der Piste ein wenig verändert, aber ich glaube wir haben dennoch ein herausforderndes Rennen. Wir haben jetzt schönen Schnee, wir haben winterliche Bedingungen, und damit müssen wir zurechtkommen. Aber nochmal, ich denke wir werden ein schönes Spektakel auf dieser Piste erleben.»
Der Lauf hat verschiedene spannende Schlüsselstellen. Welcher Teil gefällt Dir persönlich am besten?
«Ich glaube, an erster Stelle steht für mich der Matterhorn Sprung, gefolgt von der Sérac-Traverse. Da gibt’s ein paar Sekunden, in denen man etwas langsamer ist und das Gefühl erhält, dass man im Rennen ist. Nach der Traverse geht es schnell weiter mit einem schönen Sprung, die Athleten können bis 60 bis 70m fliegen. Es folgen 60 Meter ohne Probleme und dann kommt diese Linkskurve. Diese Kurve muss man sehr schön fahren, weil man die Geschwindigkeit Richtung Italien benötigt. Das ist die erste Schlüsselstelle für mich. Der zweite Schlüsselteil ist die Abfahrtspassage "Muro Ventina" mit einigen langen Kurven mit viel Geschwindigkeit. Für mich sind die drei Sprünge der Rock'n'Roll-Teil des Rennens, weil die Fahrer mehr in der Luft als am Boden sind, und ich hoffe, dass das für die Jungs und auch für die Zuschauer attraktiv sein wird.»
Kommen die Athleten und die Trainer auf Dich zu, um nach Tipps zu fragen?
«Noch nicht wirklich. Ich denke, dass sich jetzt alle auf die Rennen und die Trainings konzentrieren, aber vor einigen Monaten und im letzten Jahr vor dem Rennen haben sie viel gefragt: «Wo gehen wir runter?». Ich kann ihnen ein paar Anregungen geben, einige Rückmeldungen, aber es ist immer schwierig. Wenn man die Umgebung und das Design kennt, sieht man auch die ganze Arbeit mit all den Leuten, die sehr harte Arbeit verrichten. Man braucht einen Skifahrer, der die Linie hinunterfährt, bevor man wirklich etwas über die Strecke sagen kann.»
Warum war die 1. Trainingseinheit aus Ihrer Sicht wichtig?
«Das ist wichtig, denn wenn man einen Trainingslauf hat, darf man das Rennen durchführen. Das ist die erste wichtige Sache. Der zweite Gedanke ist, dass wir vielleicht etwas zwischen dem Training und dem Rennen anpassen können. Normalerweise macht man das nicht, aber hier ist es das erste Mal, dass das Rennen stattfindet, also könnten wir noch etwas anpassen. Im Moment weiß ich nicht, ob es eine knifflige Passage gibt oder nicht. Normalerweise dient der Trainingslauf dazu, das Potenzial dieser Rennen, dieser Strecke und dieser Berge zu zeigen. Wir bekommen ein besseres Gefühl für die Strecke, weil die Jungs beim ersten Training noch nicht 100% geben, aber wir können uns vorstellen, wie die Situation im Rennen sein könnte.»